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Es ist Karfreitag, 15.04.2022, 5:35 Uhr als mein Wecker daheim in Frankfurt/Main klingelte. Taschen geschnappt, in den Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof und über Mannheim nach Waghäusel. Dankenswerterweise wurde ich dort pünktlich um 8:07 Uhr eingesammelt, denn an diesem Feiertag fuhren keine Busse zum Hallenbad Oberhausen. 8:30 Uhr, Willi winkte uns in seinem roten Pullover auf den richtigen Parkplatz. Ich stehe vor diversen - mir größtenteils unbekannten - Herren und Jutta. Es geht bald rund in unserer lustigen Vorstellungsrunde! Dann mit Sack und Pack ins Hallenbad, wo schon ein reichhaltiges Drei-Gänge-Menü aufgebaut ist. Kurze Einweisung ins Bad in bester Stewardessen-Manier durch Armin: "Die Toiletten befinden sich vorne sowie hinten für Männlein sowie Weiblein sortiert. Das Licht geht automatisch an. Sauerstoffkoffer und AED sind hier griffbereit...". Jo möchte gerne auch die (Verkehrs-)Lage im Serviceraum überprüfen. 

Nach reichlich Papierkram werden wir von Björn dazu aufgefordert, uns in Badebekleidung zu begeben , alsdann trocken und ungeduscht am Beckenrand einzufinden. Und schon bald lernen wir paarweise die verschiedenen Nicht-Tanz- Befreiungsgriff-Choreografie. Für einige ist dies neu, andere erinnern sich dunkel an einige der fachkundigen Anleitungen von Björn und Markus. Wir versuchen material- und nierenschonend miteinander umzugehen und schon bald heißt es überall "Kannst Du mich mal bitte nochmal von vorne/hinten würgen oder umklammern?" Die E.T. Halsschonhaltung wird langsam verinnerlicht, Frontalangriffe gerade und rückwärtige Attacken diagonal abgeblockt. Auch in die Beuge beim Daumen und an Ellenbogen greifen wir immer wieder. Es fehlte nur noch die Musik. Wir hatten alle schnell den Bogen gut raus. Noch geschwind als Hattrick die letzten drei Griffe bemerkt, dann Trink- und Toilettenpause. So warm die Luft in der Schwimmhalle auch sein mag, so vergleichsweise frisch erscheint uns selbst nach dem Duschen das 1,33 m flache Wasser.

Schwarze Bekleidung in Lycra und Neopren wird von den erfahrenen Hasen und Häsinnen angelegt. Der Plantschspaß beginnt im Flachen. Das gerade gelernte wird in gemischten Gruppen unter Aufsicht nochmals wiederholt. Dann geht es langsam ins tiefere Nass des Bades. Wir verlieren die Bodenhaftung und attackieren uns nun schwebend im dreidimensionalen Raum. Puh, ganz schön anstrengend. Auch bei den Getränken (Wasser aller Art und Apfelschorle) greifen wir beherzt zu, Bananen für Magnesium, Äpfel und Müslirigel als Kaloriennachschub. Es gab auch reichlich lustige Schokolade mit Stickern.
Dann heißt es nur in Badebekleidung in 15 Minuten und in div. Lagen die 25 Meter zu schwimmen. Etwas gewöhnungsbedürftig so ganz ohne ABC (Flossen, Maske & Schnorchel). Alle haben erfolgreich abgeklatscht und einen Ausbilder wieder ins Wasser gelockt. Dann dürfen wir Pause machen. Im Anschluss sollen wir uns erst anziehen, dann abschleppen, nochmal 12 Minuten schwimmen und uns dann im Wasser ausziehen. Pause? Pause! 

Nach kurzer Diskussion dann pragmatische Ansage zum Gruppenteilen gehen wir an eine der drei Stationen. Erst die Kombiübung: Köpper und zügiges anschwimmen eins Ertrinkenden Ausbilders (Björn), der dann erst seine 5 kg schwere Bleitasche geborgen haben möchte. Als Dank fürs Hochbringen werden wir angegriffen und dürfen ihn abschleppen und ans andere Ufer bringen. Dort liegt dann eine Puppe und wir beginnen mit den Erste Hilfe Maßnahmen, setzen einen Notruf ab, führen Initialbeatmungen durch und dürfen drei Minten lang HLW durchführen. Auf der Playliste stehen Klassiker wie "Highway to hell", "I will survive", "Yellow Submarine", "und diese Biene die ich meine nennt sich Maja"

Zur Abwechselung mal keine Pause und im fliegenden Wechsel an Station zwei beim frischgebackenem TL3 Markus. Dort Paketsprung, fußwärtiges abtauchen, gelber DLRG Rettungsprügel mit roter "Miss Bodensee"-Schärpe und DLRG Wurfball im Sack sorgen für spannende Seilspiele mit Überwerfen und Abschleppen. Immer noch keine Pause, sondern gemeinsames Versorgen der Puppe "Klausi", Rautek Rettungsgriff und Schulterwurf samt Ablegen im Wasser werden an einer ausgelosten Freiwilligen vorgeführt. Duschen und umziehen, Trockenlegen und Föhnen!

Danach noch die Wissenskontrolle der Theorie. Jetzt endlich geselliges Büffet, wir entdecken allerlei frische Brötchen mit Wurst, Schinken, Käse und die Platten leeren sich in gemeinsamer Hilfe langsam. Zweierlei Kuchen werden kritisch betrachtet und beide für sehr lecker befunden. Das Wasser und der Saft fließen reichlich

 

... zusammen mit reihum Lobesworten und Dank an Ausbilder sowie Teilnehmer. Wir ersparen der geneigten Leserschaft die üblichen Gruppenbilder und verabschieden uns mit einem Blick auf den hessischen Ostergruß. Im Namen der Teilnehmer möchte ich mich recht artig, herzlich und brav bei Björn, Markus, Jo sowie Armin + Jutta bedanken. Lass' die wohlverdienten Korken knallen und auf euer Wohl das edle Nass die trockenen Kehlen benetzen!

Nach ausführlicher, herzlicher Verabschiedung und einer Runde Logbuchfisch-Sticker trennen sich unsere Wege. Doch vorher drohen wir den Ausbildern an, gemeinsam in zwei Jahren die Verlängerung anzugehen...

Noch Fragen? Fazit: Feucht-fröhlicher und lehrreicher Spaß mit Spannung, Spiel und Schokolade!

Viele Grüße von der hessischen Übungspuppe Elke