Abteilung Tauchausbildung Unten

Sportschule Schifferstadt. Für die meisten kein unbekannter Ort, so manch einen Lehrgang hat man bereits hier absolviert. Schnell zeigt sich,  wer bereits gemeinsame Kreuzpunkte im taucherischen Werdegang hat und sich bereits durch den einen oder anderen Lehrgang kennt. Wäre auch irgendwie komisch – klein ist die Welt und die Taucherwelt noch viel kleiner – wenn man sich auf diesem Ausbildungslevel nicht schon mal irgendwo begegnet wäre.

   

Freitag, 15. Februar: Dank Peters guter Vorbereitung kann pünktlich gestartet werden. Bei einer Stunde Zeit zum Ankommen und zur Zimmerverteilung schlagen diverse Staus nicht ins Kontor beim zeitlichen Ablauf. So langsam hat auch jeder die Arbeitswoche gedanklich hinter sich gelassen und kann sich voll auf Tauchtheorie konzentrieren. Mit jeweils 6 Personen (Tl1/Tl2-Anwärter) sind wir eine angenehme Größe zum gemeinsamen Erarbeiten von neuem Tauchwissen und Auffrischen von bekanntem Stoff.

Der erste Nachmittag startet erst einmal mit der längsten Praline der Welt, man benötigt ja Zucker um die Synapsen zu aktivieren, oder wie war das nochmal? Auf jeden Fall ein guter Einstieg in das gemeinsame Wochenende. Der Ablaufplan beinhaltet Teile der Theorie, die sich sowohl an die TL1-Anwärter, sowie die TL2-Anwärter richten, als auch Einheiten spezifisch für die jeweiligen Niveaus.

Zwei Themenblöcke, gemeinsames Abendessen, weiter geht’s. Das Ende des offiziellen Teils wird um 20:30 Uhr eingeläutet. Doch was wäre ein Lehrgang ohne inoffiziellen Teil… Dank Alex‘ Geburt vor 48 Jahren haben wir nicht nur Grund auf die Geselligkeit anzustoßen, sondern auch gleich auf seine nächsten 48 Jahre und fortfolgende. Schnell entstehen rege und interessante Unterhaltungen rund ums Tauchen und die Motivation den Tauchlehrer zu machen, oder mit dem TL2-Niveau sogar noch eins draufzupacken. Wer hat welches Referatsthema gewählt? - Dies ist auch eine viel gestellte Frage an diesem Wochenende, denn jeder hat die Gelegenheit ein Probereferat zu halten.

Tag 2. Gemeinsames Frühstück – alle wirken fit – dennoch ein Muss: Frischer Kaffee. Die Auswahl beim Frühstück ist ausreichend, so kann gut gestärkt gemeinsam in den Tag gestartet werden. Heute wird unsere Gruppe durch drei Cross Over-Anwärter ergänzt. Für uns eine gute Gelegenheit, einen Eindruck einer „echten mündlichen Prüfung“ (Referat) zu erhalten, denn während wir uns noch entspannt auf die Themen konzentrieren können, so müssen Kerstin, Christian und Christoph bereits ihre Prüfungsthemen vortragen, sowie eine schriftliche und mündliche Prüfung in einem etwas anderen Umfang absolvieren. Sie sind ja eigentlich schon Tauchlehrer, lediglich mit anderer Standards in ihrer Ausbildung. Doch wer sich für einen CrossOver-Lehrgang entscheidet, hat sich bereits genau mit diesem Punkt ausreichend auseinander gesetzt. Fazit: Christian dürfen wir nachmittags gratulieren. Da er bereits seine Praxis-Tauchgänge absolviert hat, bekommt er auch schon seine Urkunde überreicht.  Bei den anderen beiden dürfen wir für den erfolgreich bestanden Theorie-Teil gratulieren, hier stehen die Praxis-Tauchgänge im Sommer noch aus, doch wir sind da guter Dinge.

Parallel dazu widmen sich die anderen Ihren Probereferaten sowie Themen wie Deep-Stops im Tauchen oder Aufgaben eines Tauchlehrers. Etwas früher endet der offizielle Teil bereits mit dem gemeinsamen Abendessen gegen 18:30 Uhr. Somit bleibt noch mehr Zeit zum Austausch im Gemeinschaftsraum. Die Gruppe hat sich bereits gut aneinander gewöhnt, so gut, dass sich „Pfälzer“ (Anm. Ich bin von der Mosel, aber nicht aus der Pfalz!) und Saarländer anfreunden und sogar Gemeinsamkeiten wie bspw. Tauchsee-Mangel entdecken. 😉  Gemeinsam lässt die Gruppe den Tag bei heiteren Unterhaltungen Revue passieren und gemütlich ausklingen.

Tag 3. Sonntag. Wäre man zu Hause, könnte man ausschlafen, oder Zeit mit dem jüngsten Tauchnachwuchs verbringen… man kann aber auch beim Frühstück den Gesichtsältesten nominieren, sich frischen Kaffee schnappen und sich dem umfangreichen Thema „Medizin“ widmen. Dank unserem Tauch-Doc Susanne fällt es uns leicht dem Thema zu folgen und wir müssen sogar eher aufpassen, spannende Diskussionen nicht zu sehr ausufern zu lassen. Es gilt ja sich für die Prüfung fit zu machen. Zum Wochenendabschluss wartet daher auch noch Tauchgangs Berechnung bei Armin auf uns. „Guckt euch das gut an, das ist die 10 Punkte Frage! 😉“ Und das war es auch an Hinweisen zu Prüfungsfragen. Versuche etwas Genaueres rauszubekommen = zwecklos.

Vier Wochen mit Vorbereitung auf die Prüfungen im Privaten vergehen, die ein oder andere E-Mail wandert zwischen den Teilnehmern und den Ausbildern hin und her, die Nervosität steigt und Schwups steht es an: Prüfungswochenende!

Wir schreiben Freitag, den 15. März 2019 … gleicher Ort, aber irgendwie eine andere Stimmung. Noch geht’s, aber jetzt wird es ernst, die Kurzfragen „Quickies“ werden ausgeteilt. Fazit nach diesem Prüfungsteil: Doch irgendwie ein anderes Niveau so eine Tauchlehrer-Prüfung. Wie es so üblich ist, wird sich noch ausgetauscht, was wer wo geantwortet hat. Man reflektiert sich und ist mehr oder minder zufrieden. Die Nervosität steigt weiter.

Beim inoffiziellen Teil steht zwar wieder das Anstoßen auf ein paar weitere Lebensjahre, diesmal von Julia, an, was immerhin manchen die nötige Bettschwere beschert, jedoch irgendwie ist es anders als beim ersten Wochenende; eine gewisse Anspannung liegt in der Luft. Im Zwiespalt  zwischen schnell noch was angucken, oder doch lieber entspannen und gemütlich zusammen sitzen. Wir wäre es, wenn wir beides verbinden, denken sich Max und Stefan und bringen „das Anne“ vorbei. Die Rescue-Puppe, bei der wir ganz klar auf Grund der Gesichtsfarbe eine Leberzirrhose diagnostizieren und bei der es gilt dringend Erste Hilfe zu leisten. 

Der Finale Tag steht an. Frühstücksraum Sportschule Schifferstadt. Woran merkt man, dass ein Taucher nervös oder angespannt ist? Er schweigt & die Kaffeedosis steigt.

Was uns erwartet: 120 Minuten schriftliche Klausur. Verschnaufpause und Mittagessen. Am Nachmittag dann Referate und Medizin-Prüfung. Ein Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, aber man merkte, wie viel besser doch alle schon mal drauf sind, nachdem Sie die Klausur abhaken konnten. 18:00 Uhr, endlich, die Ergebnisse stehen fest. So gut wie alles wurde bestanden, kein größerer Schaden, alles verkraftbar. Den Rest schaffen wir jetzt auch noch. Allgemeine Erleichterung und Vorfreude auf den praktischen Teil.

Doch nicht nur bei uns herrscht Erleichterung, auch bei den Prüfern, denn die haben nicht weniger geschwitzt und Denksport betrieben als wir. Denn wo ein Prüfling, da auch ein Prüfer. In Zweierteams werden Referate im 30 Minuten-Takt (Petra und Stefan) gehört und bewertet sowie HLW und Medizin abgefragt (Susanne und Peter), während sich Jürgen und Armin durch 12 x 13 Seiten Prüfungsergebnisse kämpfen. – Ein ganz herzliches Dankeschön an das Ausbilder-Team  von Wochenende 1 (Uwe Weishäupl, Armin Bäum, Sebastian Steininger-Pulkowski, Susanne Herde, Petra Weishäupl, Frank Rotzinger, Jürgen Spöri, Peter Brunner, Peter Gaa), das Prüfer-Team an Wochenende 2 (Armin Bäum, Jürgen Meier, Stefan Kessler, Susanne Herde, Petra Weishäupl, Peter Gaa) und natürlich an Peter für den reibungslosen Ablauf beider Termine. Um es mit seinen Worten zusagen. „Es passt einfach!“

Noch schnell ein Gruppenbild und gemeinsames Abendessen zum Abschluss – Heimfahrt.