Umwelt und Wissenschaft
Bericht Süßwasserbiologieseminar
Am 21./22. Juli fand im Anglerheim am Heidesee in Forst bei Bruchsal das diesjährige Süßwasserbiologieseminar des BTSV statt.
Bei der Ankunft fanden wir vor dem Anglerheim auf vielen Tischen Mikroskope und Bücher, sowie Aquarien, Kästen und Schalen mit Proben , von fleißigen Helfern im Vorfeld gesammelt.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Hannelore Brandt wurden uns die Referenten vorgestellt: Prof. Dr. Norbert Leist, Dr. Till Vogel, Sandra Vogel und Wolfgang Arbogast.
Der Rest des Vormittags wurde dann zur theoretischen Einweisung – was zeichnet einen See aus, wie ist er aufgebaut – als Grundlage für den weiteren Verlauf des Seminars genutzt.
Noch vor der Mittagspause ging es zur Praxis: Norbert zeigte uns ausgewählte Wassertiere in einer ersten, praktischen Einweisung unter dem Mikroskop. Dieser Exkurs wurde nach der Mittagspause – Danke Hanne für das leckere Essen – fortgesetzt.
Es wurden 5 Tauchgruppen gebildet, mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen: Wasserpflanzen und Kleinlebewesen sammeln, Sichtweiten und Temperaturen in verschiedenen Tiefen bestimmen.
Nach dem Tauchgang trafen sich alle Gruppen zur Auswertung und Bestimmung der gesammelten Proben. Fleißig wurde mikroskopiert, viele Fragen wurden direkt von Norbert, Till, Sandra und Wolfgang beantwortet. In einer anschließenden Besprechung ging Norbert dann direkt auf die Wasserpflanzen und ihre Funktion zur Bestimmung der Gewässergüte ein. Angefüllt mit einer Vielzahl von neuen Eindrücken und Erkenntnissen ging der erste Tag zu Ende.
Der Sonntag begann mit Vorträgen über Neobiota und der Biologie einheimischer Fische in den Gewässern. Die Vorträge wurden von Sandra lebendig gestaltet und mit vielen Aufnahmen anschaulich untermalt.
Nach der Mittagspause wurde es spannend – Klaus, Vorstand des Anglervereins – zeigte uns praktisch und sehr anschaulich, wie so ein Fisch aufgebaut ist. Am Beispiel Hecht/Rotauge - Raubfisch/Friedfisch - wurden die Unterschiede herausgearbeitet und konnten am Objekt durch anfassen und anschauen direkt erfahren werden.
Im Anschluss daran wurde es wieder theoretisch – Gewässergüte, Stoffkreislauf von Stickstoff und Phosphor wurden von Till ausgiebig behandelt.
Nun wurden die gesammelten Proben durch die Teilnehmer einer gründlichen, chemischen Analyse unterzogen, die gefundenen Werte tabellarisch aufbereitet und abschließend allen vorgestellt.
Hannelore berichtete anschließend aus der Verbandsarbeit des BTSV. Ein zentrales Thema war hierbei die neue Druckkammer in Überlingen am Bodensee. Mit vielen Bildern untermalt wurde der Werdegang der Kammer dargestellt.
Norbert ging in einem abschließenden Vortrag auf die Baggerseen in Baden, speziell auf die Eutrophierung im Fall Heidesee ein. Dabei wurde sehr deutlich wie schlecht es um den See stand – Rettung kam in letzter Minute!
Viele Fragen der Teilnehmer wurden in einer abschließenden Diskussion behandelt. Ein Bestimmungsschlüssel, Seminarunterlagen und eine Broschüre über Makrophyten in Baggerseen der Oberrheinebene vom LfU übergab uns Till zum Abschluss.
Dieses Seminar ist in unseren Augen ein absolutes Muss für jeden Sporttaucher, welcher mehr über „Seinen See“ erfahren und verstehen möchte.
Unser besonderer Dank gilt den Organisatoren und Referenten dieses Seminars – Sie haben es mit viel Eigeninitiative und großer Vorbereitung möglich gemacht ein aufwändiges und spannendes Seminar in zwei Tagen durchzuführen.
Elke und Erwin Barsch – Tauchclub Heidelberg e.V.




