Abteilung Breitensport

Zum Thema „Weiterbildung“ fand von Samstag, 29.09.2018 bis Samstag, 06.10.2018 eine BTSV-Reise nach Malta/Gozo statt. Dabei handelte es sich um eine "Tauchausfahrt für Jedermann/-frau" und es konnten entspannte Urlaubstauchgänge genossen werden.

Das Besondere daran war die Möglichkeit, diese Fahrt als Bildungsurlaub zu nutzen und über Spezialkurse Brevets zu erwerben. Entsprechend den Seminaren, die von unseren mitgereisten Tauchlehrern angeboten wurden, fanden die Tauchgänge unter verschiedenen Schwerpunkten statt, es gab:

  • SK Meeresbiologie (Dr. Sandra Vogel; Dr. Till Vogel)
  • SK Sporttauchen in Meeresgrotten (Rainer Bohnenstengel)
  • SK Wracktauchen (Jörg-Peter Pleschka)
  • SK Strömungstauchen (Martina Baack).

Wir waren dabei, das waren 22 Mitreisende, überwiegend aus Baden-Württemberg, um auf Gozo die grandiosen Unterwasserlandschaften, Steilwände, Höhlen und Wracks im kristallklaren Wasser zu erkunden.

Am Sonntag begrüßte uns Mirco in der deutschen Tauchbasis NAUTIC TEAM in Marsalforn, der unsere Tauchausfahrten begleitete und uns gerne mit seinem Wissen zu den örtlichen Begebenheiten der Tauchplätze versorgte.

 

Hier ein Beispiel eines typischen Tages:

Gleich nach dem Frühstück trafen wir uns am „Waschraum“, wo unsere Ausrüstung untergebracht war. Bereits eine halbe Stunde später saßen wir in den Fahrzeugen und waren zum Checktauchgang am Inlandsee in Dwejra unterwegs.

Ungeduldig wartete Mirco schon auf die ersten Rückkehrer vom Tauchgang. Denn ohne Zeit für eine Mittagspause gab es von Till ein erstes Seminar - SK Meeresbiologie - mit dem Thema Umwelt und Riffe.

 

Nach Plan der Tauchbasis waren wir pünktlich um 13.30 Uhr bereits wieder unterwegs, diesmal zum Tauchplatz am Reqqa Point. Dieses Briefing enthielt vor allem wichtige Informationen zum Ein- und Ausstieg an der Leiter bei Wellengang, da dieser Tauchplatz nur über eine Leiter zugänglich ist. Bei diesem Höhlen-/Grotten-Tauchgang der Billingshurst Cave entdeckten wir links an der Wand tatsächlich den zuvor angekündigten Conger. Nach der Heimfahrt trafen wir uns wieder ohne Pause im Schulungsraum, dort hörten wir von Till den 2. Teil Meeresbiologie und von Martina einen Vortrag über das Thema „Bootstauchgang“. Und endlich hatten wir uns ein Abendessen und Erholung verdient.

Und nun noch für alle, die es interessiert, der Wochenverlauf:

Der Montag war mit einer ganztägigen Bootsausfahrt vor Comino gefüllt. Zunächst wurde ein Strömungstauchgang angeboten, wo wir durch ein „Loch“ mit Gegenverkehr bei nur geringer Strömung eintauchten. Die Mittagspause verbrachten wir in der Blauen Lagune bei einem köstlichen Mittagessen auf dem Boot und einem süßen Nachtisch vom „Eis“-Boot. So waren wir ausreichend gestärkt für einen Wrack-Tauchgang zur P 31, ein heller und offener Schiffskörper in geringer Tiefe, der spezifisch für Tauchgänge vorbereitet wurde. Von Jörg hatten wir die Aufgabe, dass Wrack sehr genau anzuschauen, wir hatten Unterwassertafeln mit, um anschließend eine möglichst genaue Skizze anzufertigen.

Da am Dienstag unser Wracktauchgang leider ausfiel, begaben wir uns nach Ta` Cenc wo wir auf ca. 96 Treppenstufen in voller Ausrüstung zum Grotten -TG wanderten, eine Grotte war auf 16 m, die zweite auf 8 m mit Süßwasserzufluß. Abends gab es eine Einheit von Jörg zum Thema Wrack und wir kürten die „schönsten“ Skizzen von unseren Wrackzeichnungen.

„Skizze“:

 

Für diesen Tag war dies noch nicht genug: Anschließend ergänzte Rainer noch was zum Thema Höhlen und Sandra begann mit ihrem Thema zur Meeresbiologie.

Am Mittwoch bekleideten sich alle Taucher aufgrund des Regens schon vor der Ausfahrt mit Neopren. Wir fuhren zur MV Karvela, die schön bewachsen war und beim Austauchen wurde noch schnell ein kleiner Octopus ausgiebig gefilmt. Zuhause hatten wir wieder nur ein paar Minuten, um was zwischen die Zähne zu bekommen, um dann von Martina den Vortrag über Strömungstauchen zu hören. Dann heizten wir zum Blue Hole (ohne Azure Window). Dieser Tauchgang wurde jedoch aufgrund des Wellengangs von Mirco nicht erlaubt. Nach weiteren eineinhalb Stunden erreichten wir dann Mgarr Ix-Xini. Dort hatte ich meinen längsten Tauchgang in einer geschützten, seichten Bucht mit vielen Butten und Salamanderfischen im Sand und kurz vor Tauchgangende einem Flötenfisch. In einem tollen Abendlicht beendeten wir diesen Tauchgang. Nach einem kurzen Imbiss in unserer WG eilten wir wieder zur Schulung. Diesmal referierte uns Jörg zum Thema Wrack. Nach so einem ereignisreichen Tag schmeckte uns das Essen noch besser, vor allem weil inzwischen bereits köstlich gekocht worden war.

Am nächsten Tag gab es am Fort Chambray (Wracktauchplatz) vor dem Tauchgang einen Regenbogen zu bestaunen. Und zunächst äußerte Mirco seine Begeisterung für unser inzwischen reibungslos eingespieltes Team, so dass er uns eine „tolle Truppe“ lobte. Vor dem Tauchgang zur MV Cominoland musste jedoch noch erst Mircos Frage nach dem Umkehrdruck beantwortet werden, die wir zusammen im Kopf gelöst bekamen. Beim Tauchgang gab es eine Strömung zu beachten. Am Heck des Rumpfes sah ich einen großen Drachenkopf. Manche von uns tauchten auch durch das Wrack, denn durch die großen Fenster konnte man jederzeit wieder raus. Am Ende des Tauchgangs musste die Leiter am Ufer aufgrund des Wellengangs angetaucht werden.

Unsere Fahrer gaben entsprechend der Straßenverhältnisse wirklich alles, nur gelegentlich murrten die Mitfahrer auf den „Holzbänken“, damit wir zur Mittagszeit dem 2. Teil des Strömungsseminars lauschen konnten. Für diesen Abend war ein Nachttauchgang geplant. Auf dem Weg zu den „Salzpfannen“ fing es heftig an zu schütten, die Straßen verwandelten sich in Sturzbäche und der Tauchgang wurde schließlich abgesagt. Nach dem Abendbrunch trafen sich viele in der Ampel-Bar („traffic lights“) und stießen mit einem einheimischen Getränk, einem Feigenlikör, auf die gelungene Woche an. Der Heimweg war von einem Wetterleuchten begleitet und schließlich wurden nur noch die Füße nass.

Am tauchfreien Tag vor dem Flug, gab es noch eine Theorieeinheit, die Fortsetzung von Strömungstauchen von Martina. Insgesamt kann festgehalten werden, dass trotz des gefüllten Programms jede Tauchausfahrt in einem entspannten Ablauf endete und auch die Seminare noch dazwischen passten. Später beim gemeinsamen Abendessen im „Otter“ gab es erneut kurze Ansprachen und noch kleine Aufmerksamkeiten für die Ausbilder und das Tauchbasen-Team. An dieser Stelle wurde auch dem Organisator dieser Reise, Rainer Bohnenstengel, ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Das Resümee zur Bildungswoche war durchaus positiv, da es allen Spaß gemacht hat. Die Pausen dazwischen hätten zwar länger sein dürfen, doch eine Bildungsreise wurde ausdrücklich wieder gewünscht.

Eure Elisabeth